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Oberhalb des idyllisch gelegenen Gernsbacher Stadtteils Lautenbach ragen die imposanten Lautenfelsen weithin sichtbar aus dem dichten Wald.

Artikelbild - Naturschutzgebiet Lautenfelsen

Erleben Sie unberührte Natur in dieser einzigartigen Landschaft, umsäumt von urwüchsigen Wäldern, Bergbächen und der besonderen Tier- und Pflanzenwelt. Die rund 300 Millionen Jahre alten so genannten wollsackverwitterten Granitbuckel säumen den Weg. Überlagert von Buntsandsteinschichten setzten Sie sich einst auf dem Boden des Urmeeres ab.

Dann brach der Oberrheingraben mehrere hundert Meter tief ab und der Granit kam wieder zum Vorschein.

Der Sage nach hat der Teufel die großen Granitbrocken der Blockhalde einst in seiner Wut von der Teufelsmühle heruntergeworfen. Diese Brocken, die von Moosen überwachsen sind, bilden mit Ihrem Substrat, das den Staub aus der Luft filtert, einen idealen Nährboden für Farne.

Grandioser Ausblick in die Landschaft

Der Aufstieg zu den Felsen wird mit einem freien Blick über Lautenbach und das untere Murgtal belohnt. Schon von weitem sind der Große und Kleine Lautenfelsen sowie der Lochfelsen zu sehen. Mächtig ragen sie fast 100 Meter in die Höhe. Sie bestehen aus hartem, grau bis rosa gefärbtem Granit, der nach dem Zentrum seines Vorkommens Forbach-Granit genannt wird. Ein genauer Blick auf das Gestein zeigt, dass sich dieses aus drei unterschiedlich gefärbten Mineralien zusammensetzt:

Der Reim „Feldspat, Quarz und Glimmer – die vergess’ ich nimmer“ nennt ihre Namen.

Felsen als Lebensraum

Auch Felsen sind ein vielfältiger Lebensraum: Krusten- und Rentierflechten, Gabelzahn- und Kissenmoose wachsen mit bizarren Formen und haben sich an diese kargen Lebensbedingungen gut angepasst. Mauereidechsen und Steppengrashüpfer sonnen sich auf den trockenwarmen Felssimsen, die schütter mit Gräsern und Heidekraut bewachsen sind. Knorrige Kiefern und Eichen wurzeln nur in Spalten und Vertiefungen mit ein wenig Erde und Feuchtigkeit. Der Kolkrabe mit seinem schönen schwarz-glänzenden Gefieder ist ein charakteristischer Vogel der kargen Felshänge. Wälder und Wiesen – die artenreiche Umgebung der Felsen sehr unterschiedliche Wälder prägen das Bild – trockene Eichengebüsche auf Felsen, Tannen-Buchenwälder an Hängen, Eschen-Bergulmenwälder auf den Geröllflächen und Schwarzerlen-Bestände entlang der Bäche.

Der Ruf des Schwarzspechts ist weithin zu hören. Er meißelt seine Bruthöhlen bevorzugt in alte, dicke Buchen. Entlang der Bachtäler erstrecken sich blütenbunte Feuchtwiesen mit Trollblume, Sumpfdotterblume und Mädesüß. Prächtige Schmetterlingsarten wie der Kaisermantel können hier beobachtet werden. Sie lassen sich an heißen Tagen auf feuchten Wegen nieder, um Wasser zu saugen.

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